Verbände
Als Verband wird das Zusammenfügen von Mauersteinen zu einem Mauerwerk verstanden. Wichtige Punkte sind dabei Mauerenden, -ecken und -stöße, Mauerkreuzungen und Pfeilerverbände.
Alle Lasten, die in einem Bauwerk auftreten werden im Mauerwerk aufgenommen und in die Fundamente bzw. den Untergrund abgetragen. Deshalb ist es wichtig, die Wand im Verband zu mauern. Die richtige Wahl des Bausteins und die fachgerechte Ausführung gewährleistet eine sichere Aufnahme aller Lasten.
Grundregeln für das Mauern im Verband:
- Es muss im Verband gemauert werden. Das heißt, dass die Stoß- und Längsfugen übereinanderliegender Schichten versetzt sein müssen.
- Die Steine in einer Mauerschicht sollten die gleiche Höhe haben.
- Im Verbandsmauerwerk darf die Steinhöhe nicht größer sein als die Steinbreite.
- Das Überbindemaß, also der Versatz von Steinen, muss mindestens 4,5 cm betragen.
Wichtige Verbandsarten
Mauerwerk entsteht durch waagerechtes und fluchtgerechtes aneinanderreihen sowie durch senkrechtes Aufschichten und Vermörteln von Mauersteinen. Sieht man die Längsseite des Steins, spricht man von einem Läufer, sieht man die Kopfseite (oder `den Kopf`), spricht man von einem Binder. Im Läuferverband werden nur Läuferschichten gemauert. Das Überbindemaß beträgt 1 Achtelmeter (am). Im Binderverband werden nur Binderschichten gemauert. Das Überbindemaß hier beträgt ½ am. Im Block- und Kreuzverband wechseln sich Binder- und Läuferschichten schichtweise ab. Das Überbindemaß bei beiden Verbänden beträgt ½ am. Im Kreuzverband beginnt jede zweite Läuferschicht mit einem sogenannten `Verschiebekopf`. Der sorgt für eine um 1 am `verschobene` vierte Schicht, durch die sich die Optik des Verbandes, das Muster, im Vergleich zum Blockverband, ändert.
Sogenannte Konstruktions- oder Tragverbände, die eine hohe Mauerfestigkeit bezwecken, sind die bereits genannten Kreuz-, Block- und Binderverbände sowie der Holländische Verband. Ein Zierverband wird zur Verblendung und zur Zierde gemauert und nicht verputzt. Sie verschönern Mauerwerk zum Beispiel bei Umfassungsmauern oder bei der Ausfachung von Fachwerk. Zierverbände, bei denen mit dem Fugenbild gespielt wird, sind der Gotische Verband, der Märkische Verband und der Läuferverband. Letzterer wird mit 8 Scheinbindern pro m² Ansichtsfläche auch als `Wilder Verband` ausgeführt.
Je nach Stein, Verband und Mauerlänge sind die Anfänge der jeweiligen Mauer immer gleich. Die Enden variieren je nach gerader/ungerader Achtelmeterzahl in der Länge, dem gewählten Verband und der Steingröße.
Mauerecken
Ist eine Wand nur einen Stein stark, wird eine Mauerecke so angelegt, dass jede Schicht abwechselnd bis zum Ende durchläuft. Dies gilt für klein-, mittel- und großformatige Steine. Ist die Mauer zwei oder drei Steine dick, wird die Flucht der durchbindenden Schicht nicht verändert und die Flucht der einbindenden Schicht schließt sich an. Stoß- und Längsfugen sind so anzulegen, dass keine Fugenüberdeckungen entstehen und der Verband eingehalten werden kann. Bei kleinformatigen Steinen werden an der Ecke Dreiviertelsteine verwendet.
Mauereinbindungen
Bei Mauerstößen und -anschlüssen werden die durchgehende und die einbindende Mauer gleichzeitig angelegt und hochgeführt. Sollte das nicht möglich sein, ist die einbindende Mauer abzutreppen. Jede zweite Schicht der schließenden Mauer ist einzubinden, damit der Verbund gesichert ist. Ist kein Regelfugenversatz mit der durchlaufenden Mauer möglich, darf das Steinformat am Maueranschluss gewechselt werden.
Mauerkreuzungen
Bei rechtwinkligen Mauerkreuzungen laufen die Schichten abwechselnd durch. Die Fuge der durchgehenden Schicht ist je nach Steinformat gegenüber der anstoßenden Schicht zu versetzen.
Pfeilerverbände
Kurze Wände, deren Querschnittsfläche kleiner als 1000 cm² ist, werden als Pfeiler bezeichnet. Unterschreitet ein gemauerter Querschnitt 400 cm², ist er als tragendes Teil unzulässig.
Desweiteren gibt es noch Regeln für Vorlagen und Nischen, recht- und schiefwinklige Maueranschlüsse, schiefwinklige Mauerecken und -kreuzungen und auch Schornsteinverbände. Zudem ist es möglich, verschiedene Verbände miteinander zu kombinieren.
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